Projektumsetzung gestartet – Wasserwelten Isarauwald – Die ersten 26 Naturforscher-Kinder erkunden den Lebensraum Isarauen

Ein Nachmittag im Auwald – 28. Oktober 2016

Die Naturforscher des Maximilian-von-Montgelas-GymnasiumVilsbiburg erkunden den Lebensraum Isarauen

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„Sind wir die Sonderfahrt?“, so frägt ein Schüler als der entsprechend gekennzeichnete Bus am Maximilian-von-Montgelas-GymnasiumVilsbiburg vorfährt. Die 26 Naturforscher des MMG durften diesen Monat als allererste Schülergruppe an dem Natur-Projekt „Wasserwelten-Isarauwald“ teilnehmen. Es handelt sich um ein spendenfinanziertes Naturprojekt (SUP-Natur-Projekt), mit dessen Hilfe es Schülern aus dem ganzen Landkreis ermöglicht wird den Isarauwald in Landshut zu erkunden. Die Schüler werden kostenlos zum Naturschutzgebiet mit dem Bus befördert und dort von Fachreferenten betreut.

Am Eisstadion in Landshut angekommen wurden die Vilsbiburger Schüler zusammen mit ihrer Biologielehrerin Stefanie Beier von Dr. Verena Eisfeller, Leiterin der Umweltbildungsstätte Landshut, von der Naturpädagogin Lisa Fleischmann und von Philipp Hermann, Gebietsbetreuer Isartal in Stadt und Landkreis Landshut, begrüßt.

„Den Nachmittag heute hat euch Pascal Rösler finanziert. Er ist mit einem Stand-Up-Paddel-Board 505 km auf der Isar und Donau von München nach Wien gepaddelt und hat mit dieser Aktion Spendengelder für Natur-Projekte gesammelt! Wir haben einen Teil dieser Spendengelder erhalten und dürfen nun Schülern aus dieser Region das tolle Gebiet hier zeigen!“, klärte Philipp Hermann die Vilsbiburger auf und fuhr fort: „Frau Fleischmann und Frau Dr. Eisfeller werden euch heute verschiedene Tiere zeigen, die im Auwald leben!“ Die Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.  Eine Hälfte suchte mit der Naturpädagogin im Wald nach verschiedenen Tierspuren. „Die meisten Tiere sind menschenscheu, sie sind nur in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Auch wenn du sie selbst nicht zu Gesicht bekommst, verraten dir angeknabberte Blätter und Früchte, verlassene Nester, Federn, Eierschalen, Kotspuren oder ein Zehenabdruck im Schlamm, welches Tier sich an diesem Ort aufhält! Ich habe euch hier Fichtenzapfen mitgebracht! An denen kann man ganz genau erkennen, welches Tier hier lebt!“, beginnt Frau Fleischmann ihre Ausführungen. „Die sind ja abgefressen!“, bemerkt eine Schülerin. „Ja, genau darum geht es! Jedes Tier frisst die Zapfen ein bisschen anders kahl!“, antwortet die Naturpädagogin. „Der eine ist vollkommen leer gefressen, beim anderen hängen noch viele Schuppen dran!“, beobachtet einer der Naturforscher. Frau Fleischmann bemerkt: „Das hast du ganz richtig erkannt! Die Maus nagt ganz sauber. Da bleibt nichts übrig. Das Eichhörnchen wird schon ein bisschen schlampiger und beim Specht schaut es richtig schlampig aus. Bei ihm hängt noch sehr viel Material am Zapfen!“ Nun machten sich die Forscher auf in den Wald und bekamen die Spuren oder Laute von vielen andere Lebewesen zu Gesicht oder zu hören: eine Biberrutsche, die Fraßspuren von Spechten und Borkenkäfern, den Gesang von Buntspecht, Grünspecht und Eisvogel oder die Schalen der Körbchen- und Malermuschel.

Die andere Gruppe durfte unter Anleitung von Dr. Verena Eisfeller den größten Baumeister unter den Tieren, den Biber, kennenlernen. Dazu betrachteten sie ein großes Bibermodell, streichelten das Fell und nahmen das kräftige Gebiss mit den nachwachsenden Zähnen genauer unter die Lupe. Die Schüler lernten an einer Karotte, wie der Biber seine Bäume fällt, sie erfuhren, dass der Biber ein Pflanzenfresser ist, dass in einer Biberburg nur Platz für die Eltern und die letzten zwei Würfe ist und, dass die Artenvielfalt steigt, wo Biber zuhause sind. Später wurde dann auch der Biberbau in den Auen besichtigt.

Die beiden Gruppen wechselten durch, damit jeder Naturforscher beide Themenbereiche erleben konnte. Auf der Heimfahrt im Bus tauschten die einzelnen Gruppen ihre Erlebnisse aus und allen war an diesem Nachmittag klar geworden wie schützenswert der Lebensraum Auwald ist.

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